Beschreibung
Weinbeschreibung für La Vigne Royale, Brut Nature, Blanc de Noirs 2007 von Tarlant
In den sanften Hügeln von Celles-lès-Condé, wo die Flüsse Surmelin und Dhuys zusammenfließen, gedeiht eine Parzelle, die die Familie Tarlant treffend „La Vigne Royale“ genannt hat. Dieser außergewöhnliche Blanc de Noirs verkörpert die Quintessenz dessen, was die Champagne in extremen Jahrgängen zu bieten vermag – eine kristallklare Momentaufnahme des bemerkenswerten Klimawandels, der 2007 die Winzer herausforderte und gleichzeitig beschenkte.
Visueller Eindruck
Im Glas präsentiert sich dieser Champagner mit einer strahlend goldenen Farbe, durchzogen von feinen Bernsteinnuancen – ein visuelles Zeugnis seiner beeindruckenden vierzehnjährigen Flaschenreife. Die Perlage ist präzise, fein und beständig, ein Zeichen handwerklicher Perfektion, die sich in konzentrischen Kreisen nach oben bewegt und dabei das Licht wie winzige Diamanten einfängt.
Nase
Die aromatische Komplexität entfaltet sich langsam und methodisch, wie ein gut komponiertes Musikstück. Zunächst dominieren getrocknete Aprikosen, Brioche und geröstete Haselnüsse, gefolgt von subtilen Noten von kandierten Zitrusfrüchten und weißen Blüten. Mit zunehmender Belüftung offenbaren sich mineralische Dimensionen – ein Echo des Lutetien-Kalksteins, auf dem die Reben wurzeln. Wildpilze, Waldboden und ein Hauch von Salzkaramell vervollständigen dieses olfaktorische Meisterwerk.
Gaumen
Am Gaumen zeigt sich die wahre Größe dieses Weins. Die Abwesenheit von Dosage unterstreicht die kristalline Reinheit des Pinot Noir von diesem 33% steilen, südexponierten Hang. Eine packende Säurestruktur – Erbe eines Jahrgangs mit extremen Temperaturschwankungen – verleiht dem Wein Rückgrat und Langlebigkeit. Die Textur ist gleichzeitig seidig und vibrierend, mit einer Tiefe, die nur durch geduldiges Heranreifen auf der Hefe entsteht.
Die Aromen am Gaumen spiegeln die Nase wider, fügen jedoch Schichten von gerösteten Mandeln, weißem Pfeffer und getrockneten Feigen hinzu. Das Finish ist bemerkenswert lang, mit einer salzigen Mineralität, die an die Kreideböden der Champagne erinnert und die Frucht in perfekter Balance hält.
Allgemeine Informationen
Dieser Wein verkörpert das Terroir-Verständnis und die handwerkliche Tradition der Familie Tarlant. Die Reben wurden 1991 von Maurice Boiselle und Jean-Mary Tarlant als Massenselektionen gepflanzt und werden mit minimaler Bodenbearbeitung und natürlicher Begrünung bewirtschaftet. Der Jahrgang 2007 – mit seinem langen, schneereichen Winter, starkem Frost und einem kanikularisch heißen Sommer – stellte die erste extreme Klimaherausforderung für die aktuelle Winzergeneration dar.
Die Trauben wurden am frühen Morgen des 12. September 2007 geerntet und langsam durch Schwerkraft gepresst. Die spontane Gärung erfolgte in burgundischen Eichenfässern, wo der Wein acht Monate auf der Hefe verblieb. Bemerkenswert ist der Verzicht auf malolaktische Gärung, was die lebendige Säurestruktur erklärt. Nach der Abfüllung am 17. April 2008 reifte der Champagner weitere 14 Jahre und 2 Monate auf der Hefe, bevor er am 6. Juni 2022 degorgiert wurde – ohne jegliche Dosage.
Speiseempfehlungen
Dieser vielschichtige Champagner verlangt nach kulinarischen Partnern von ähnlicher Komplexität. Hervorragend harmoniert er mit gereiftem Comté, gebratenen Jakobsmuscheln mit Haselnussbutter oder einem Steinpilzrisotto. Auch zu pochiertem Hummer mit Zitrusbutter oder Kalbsbries mit Morcheln bildet er eine kongeniale Verbindung. Die Salzigkeit und Struktur des Weins macht ihn zum idealen Begleiter für Austern und andere Meeresfrüchte.
Mit nur 1500 produzierten Flaschen repräsentiert dieser Champagner eine rare Gelegenheit, einen Einblick in die Seele einer spezifischen Parzelle zu erhalten, interpretiert durch die kunstvolle Hand eines der besten Produzenten der Champagne. Ein Wein, der nicht nur getrunken, sondern erlebt werden sollte.








Bewertungen
Es gibt noch keine Bewertungen.